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Wann
ist Privatunterricht sinnvoll?
Üblicherweise
erlernt man Qi-Gong mit mehreren Menschen zusammen in einer Gruppe,
da dann der allgemeine Energielevel höher ist und die Übungen
wirkungsvoller sind.
Ein
erfahrener Qi-Gong Lehrer oder Meister versucht außerdem,
das Qi der verschiedenen Einzelpersonen in einen harmonischen Gleichklang
zu bringen und gibt zur Unterstützung eigenes Qi in die Gruppe
hinein.
Hieraus
erklärt sich der bekannte Effekt, daß eine im Unterricht
gleich auf Anhieb sehr kraftvolle Übung lange Zeit eigenen
Übens erfordert, bis der Schüler auch für sich alleine
die gleiche Intensität erwirken kann.
Besonders
für Anfänger empfiehlt es sich daher, sich auch außerhalb
des regulären Unterrichtes mit Gleichgesinnten zum gemeinsamen
Üben zusammenzufinden.
Es
gibt aber auch Menschen, die sich aufgrund ihrer besonderen körperlichen
Konstitution oder wegen einer sehr massiven energetischen Disharmonie
anfangs nur schwer in eine Gruppe einfügen können. Dies
äußert sich meist durch große innere Unruhe oder
Beklemmung und führt zur meist voreiligen Entscheidung, das
Stille Qi Gong nicht weiter zu betreiben. Dies sind zum Beispiel
Menschen, deren Leber-Qi extrem schnell emporschlägt und die
daher auch im Privatleben zum raschen Aufbrausen neigen.
In
diesem Falle kann im Einzelunterricht eine individuelle Übungsreihe
erarbeitet werden, die sich sowohl aus stillen als auch bewegten
Formen zusammensetzt. Erfahrungsgemäß werden solche Schüler
nach einigen privaten Unterrichtstunden wesentlich ruhiger und können
sich dann leichter in eine Übungsgruppe einfinden.
Ein
zweites, ebenfalls häufiges Beispiel sind Menschen mit großer,
allgemeiner Schwäche und einer starken Neigung zu Depressionen.
Dann gilt es oft, zuerst Milz und Nieren gezielt zu stärken
und dann das Herz zu harmonisieren. Da besonders Übungen mit
dem Herzen sehr tiefe, verborgene Emotionen an die Oberfläche
bringen können, sollte man diese zuerst im Einzelunterricht
mit einem Lehrer seines Vertrauens praktizieren.
Natürlich
wird ein erfahrener Lehrer auch bei einem Privatschüler versuchen,
Qi zu geben oder abzuleiten, sofern dieser damit einverstanden ist.
Für den Lehrer kann dies mitunter anstrengender sein, als in
einer Gruppe zu unterrichten, weswegen er selbst über ein gut
gepflegtes Qi-Potential verfügen sollte.
Gleichwohl
kann und soll auch der Privatunterricht nicht die Behandlung durch
einen Arzt oder Therapeuten ersetzen. Qi-Gong-Unterricht dient immer
als Anleitung zur Selbsthilfe und soll den Schüler allmählich
dazu befähigen, aus eigener Kraft seinen Weg weiter zu gehen.

TAO (Johannes Rüther)
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